Marine Küstenbatterie Waldam

Nachdem die Deutschen im Mai 1940 Frankreich besetzt hatten, übernahmen sie die militärischen Anlagen. Im Nordosten von Calais hatten die Franzosen eine Geschützbatterie, Fort Vert, die den Hafen von Calais beschützen sollte. Die Wehrmacht übernahm die Geschützbatterie und bewaffnete sie mit drei 170 mm. Geschützen in offenen Stellungen. 1942 wurde die Geschützbatterie an die deutsche Kriegsmarine übergeben und die Geschütze durch kleinere im Kaliber 150 mm ersetzt. Im Jahr 1944 wurden zwei der Geschütze in Bunkerbauten, (M270) mit Munitionsfächern und Besatzungsunterkünften, hinter den Geschützen eingebaut. Für das letzte Geschütz wurde ein sehr spezieller Bunker (M305) mit einem Drehturm aus Beton gebaut. Dieser konnte nun ein Schussfeld von 360° abdecken.

Im Jahr 1943 arbeiteten die Deutschen an dem Problem des geringen Schussfeldes und des Schutzes für ihre Geschütze. Eine dieser Lösungen war genau dieser experimentelle Drehturm.

Der Drehturm in Batterie Waldam war der einzige, der entlang der gesamten Atlantikwall aus Beton gebaut wurde. Der Drehkranz des 750-Tonnen-Turms stammt vom französischen Schlachtschiff Provence.

Neben den drei Geschützen wurde ein dreistöckiger Kommando-Bunker errichtet und hinter den Dünen weitere kleinere Bunker.

Ende September 1944 wurde die Geschützbatterie und die etwa 250 deutschen Soldaten von Einheiten der dritten kanadischen Infanteriedivision angegriffen. Sie griffen die Geschützbatterie im Rücken an. Ob der Drehturm noch heute in die damalige Angriffsrichtung weist, ist nicht bekannt.