Torpedowaffenplatz Hexengrund

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges verfügten die Deutschen über keinen eigenen Lufttorpedo und waren deshalb darauf angewiesen, diese aus Italien (F5W) und sogar aus Japan zu beziehen. Lufttorpedos wurden nicht nur aus Flugzeugen abgeworfen, sondern auch von Schnellbooten aus verschossen, um Schiffe anzugreifen.

1940 begannen die Deutschen in der Danziger Bucht im besetzten Polen mit dem Bau eines Forschungszentrums zur Entwicklung und Erprobung von Lufttorpedos. Das ruhige Wasser in der Bucht und die Lage außerhalb der Reichweite alliierter Bomber machten den Standort ideal. Ein geplanter polnischer Flugplatz nahe der Bucht wurde fertiggestellt und erhielt einen Gleisanschluss, um die Torpedos auf direktem Weg vom Forschungszentrum zum Flugplatz zu transportieren. An der Küste wurden Forschungs- und Produktionsgebäude errichtet, in der Bucht ein Bauwerk für den Abschuss von Torpedos und die Überwachung der Torpedo-Versuche.

Ab 1942 kam es hier zu umfangreichen Versuchen mit dem deutschen Torpedo F5B, der nicht nur auf Schnellbooten zum Einsatz kam, sondern auch von verschiedenen Flugzeugmustern wie Ju 52, He 111, Me 108 und FW 190 abgeworfen werden konnte.

Nach dem Krieg nutzten die Sowjets das Areal als militärisches Übungsgelände, heute liegt es verlassen in der Danziger Bucht.